Auszeichnung für RÖKA-Schüler*innen

Einen großen Erfolg erzielten die Schülerinnen und Schüler des Sozi-Leistungskurses von Herrn Franke auf einer Preisverleihung in Essen. Unter bundesweit mehr als hundert eingereichten Beiträgen zum Thema „Nachhaltige Lieferketten“ kamen sie mit einem Sonderpreis unter die ersten fünf Plätze und erhielten einen Zuschuss für die anstehende Kursfahrt nach Berlin.

Auszeichnung für Röka-Schülerinnen mit Podcast-Beitrag über nachhaltige Milchwirtschaft

Hintergrund ist, dass es durch die Globalisierung möglich wurde, dass wir heute Produkte aus aller Welt im heimischen Discounter zu erschwinglichen Preisen erwerben können. Längst sind Kaffee, Schokolade und Mango Teil unseres Alltags, obwohl sie einen langen Weg hinter sich haben, bevor wir sie aus dem Marktregal nehmen können. In dem Wettbewerb rief die Frankfurter Allgemeine Zeitung gemeinsam mit der ALDI Nord in Essen dazu auf, die globalen und regionalen Lieferketten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Schülerinnen und Schüler sollten dabei konkrete Produkte oder Produktgruppen hinsichtlich der Herausforderungen, Nachhaltigkeit und Effizienz der jeweiligen Lieferkette untersuchen. Auch die Teilbereiche eines Unternehmens wie die Logistik, das Produktqualitätsmanagement oder die Preisgestaltung konnten im Rahmen des Projekts besprochen werden.

Die Idee zur Teilnahme am Wettbewerb kam dem betreuenden Lehrer Uwe Franke ausgerechnet durch den Ukraine-Krieg: „Im Wirtschaftsunterricht problematisierten wir die Auswirkungen des Konfliktes, insbesondere durch die gestörten Lieferketten, da bot es sich geradezu an, intensiver über das Thema zu arbeiten.“ So befassten sich die Schülerinnen und Schüler zunächst theoretisch mit Lieferketten, um die Herausforderungen anschließend am praktischen Beispiel des ukrainischen Getreides durchzuspielen. Dazu organisierten sie unter anderem eine Videokonferenz mit einem deutschen Getreidebauer in der Ukraine, um die globalen wirtschaftlichen Zusammenhänge noch besser zu verstehen.

Der konkrete Wettbewerbsbeitrag aber sollte sich mit dem Produkt Milch beschäftigen, wie Schüler Jonathan Frantz erläutert. „Wir wollten etwas erarbeiten, was wir täglich in der Hand halten und bisher wenig hinterfragten, so konnten wir uns schnell auf Milch einigen.“ In mehreren Teilgruppen wurden Fakten zur Milchwirtschaft recherchiert und Interviews geführt, so etwa mit dem Grimme-Preisträger Andreas Pichler, der im Jahr 2017 eine beeindruckende Dokumentation über Milch produzierte, oder aber auch mit dem Unternehmen ALDI Nord, das die Milch ab dem Jahr 2030 nur noch aus nachhaltiger Produktion verkaufen möchte. Zum Projektende schließlich fuhren die Schülerinnen und Schüler zur Erkundung auf den Milchhof Soonwald nach Seibersbach, um vom Eigentümer Christian Bange einen Einblick in ein überzeugendes Beispiel für eine nachhaltigere Milchwirtschaft zu erhalten. All die erarbeiteten Informationen wurden zusammengetragen und in einem podcast verarbeitet. Dabei unterstützte der ehemalige Schüler des Röka Yulian Iliev vom lokalen Radiosender Gässjer FM die Schülerinnen und Schüler bei der technischen Umsetzung. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schließlich lobte den 35-minütigen Beitrag auf der Preisverleihung als umfangreich, authentisch und ausgezeichnet recherchiert. Die Schülerinnen und Schüler freuten sich sichtlich über die Wertschätzung und der Preis war ein schöner Lohn für sechs Wochen intensive Arbeit, die sich nicht immer wie Schule anfühlte. So ergänzte etwa Charlotte Alpert, eine Schülerin des Kurses und Sprecherin im podcast: „Endlich mal eine schöne praktische Projektarbeit nach gefühlt endloser Corona-Auszeit.“

(Öffentlicher Anzeiger, 23.6.2022)