Schon beim Gang vom Bahnhof zur Unterkunft beeindruckt die Schönheit Weimars die Mitglieder des Leistungskurses Deutsch der MSS13, die sich nach den schriftlichen Abiturprüfungen vom 6. bis 8. März 2026 noch einmal gemeinsam auf Fahrt begeben haben. Bestes Frühlingswetter lädt zum Spazieren durch die Stadt und den weitläufigen Park an der Ilm ein.
Der erste Programmpunkt lenkt die Aufmerksamkeit dann jedoch schnell auf die dunklen Seiten Weimars. Denn nur wenige Busminuten entfernt, auf dem Ettersberg, befindet sich die Gedenkstätte Buchenwald. Hier sind die Kursmitglieder mit unzähligen Schicksalen, der im Konzentrationslager während der Zeit des Nationalsozialismus Gefangenen und Ermordeten konfrontiert. Und auch das verachtende Menschenbild der Lagerkommandanten und ihrer Helfer wird in einer Ausstellung ausführlich dokumentiert. Schnell wird deutlich, wie leicht die Weimarer Hochkultur missbraucht werden konnte, um solches Unrecht zu rechtfertigen und zu stützen.
Diese Eindrücke sind nur schwer mit der zu Füßen des Berges gelegenen hübschen Innenstadt zu vereinbaren, deren herausgeputzte Fassaden vor diesem Hintergrund nur noch mit Skepsis wahrgenommen werden.
Blumen und Kräne - zwei Gegenstände, die eine bedeutende Rolle im Leben von Hanna Krause, der Hauptfigur des Romans „Schwebende Lasten“ der amtierenden Mainzer Stadtschreiberin Annett Gröschner spielen. Diese war am 3.3.2026, kurz vor Ende ihrer Amtszeit, am Röka zu Gast und setzte damit die Tradition von Lesungen bekannter Autoren bei uns gelungen fort.
Auch wenn die Geschichte Hannas, deren Leben in Magdeburg sie von der Weimarer Republik bis fast zur Jahrtausendwende erzählt, nichts außergewöhnlich Heldenhaftes bietet und auf den ersten Blick kaum Verbindungen zum Leben heutiger Schüler*Innen in Bad Kreuznach aufweist, fesselt sie das Publikum doch sehr schnell. Denn das Schicksal Hannas macht auf grundsätzliche Herausforderungen des Lebens aufmerksam, welches die „kleinen“ Leute und vor allem Frauen im geschichtsträchtigen 20. Jahrhundert führten. Die detaillreichen und emotionalen Schilderungen der gelesenen Romanausschnitte lassen nachempfinden, was Frauen wie Hanna erlebt haben und wie ähnlich wir ihr heute noch sind. Wenn sie während des Zweiten Weltkriegs einen Luftangriff erlebt, lässt dies an die zahlreichen aktuellen Kriege denken und Hannas zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Mann Karl und die Herausforderung, als Frau in einer männerdominierten, entfremdeten Welt zu bestehen, schreiben sich weiterhin fort.
Am 10. Februar 2026 besuchte eine 10. Klasse mit Herrn Föhrenbacher und der Geschichts-Leistungskurs von Frau Wolff die Ausstellung „Vom Holocaust auf die Weltbühne“ im Haus des Gastes in Bad Kreuznach.
Im Mittelpunkt der Ausstellung über die Sinti und Roma, die vor Jahrhunderten nach Europa kamen und zu hunderttausenden verfolgt und ermordet wurden, steht die Geschichte der Familie Reinhardt. Diese fiel ebenfalls dem Nationalsozialismus zum Opfer, viele Familienmitglieder mussten lange Leidenswege in unterschiedlichen Konzentrationslagern ertragen. Was der Familie durch diese schlimme Zeit half, war die Musik - diese verband sie und schenkte ihnen Kraft sowie Identität.
Besonders bewegend war der Beitrag von Heinrich Django Reinhardt, der dem Kurs während der Veranstaltung über die Geschichte seiner Vorfahren erzählte. Ihm war anzumerken, dass die Erinnerung an die Ereignisse und Aufklärung darüber eine Herzensangelegenheit für ihn sind.
Die Ausstellung bot durch Informationen und Exponate wie originale Instrumente der Familie Reinhardt einen tiefen und persönlichen Einblick in die Vergangenheit.
Den Schülerinnen und Schülern wurde deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist, um Diskriminierung und Vorurteile der Gegenwart zu bekämpfen.
Von: Ann-Christin Quark, Leistungskurs Geschichte MSS11
Wir trauern um unsere langjährige Mitarbeiterin
Renate Fahrland
die am 08.01.2026 verstorben ist.
Über viele Jahre hinweg war sie ein unverzichtbarer Teil unserer Schulgemeinschaft. Mit ihrer Herzlichkeit, ihrem Engagement und ihrer Verlässlichkeit hat sie nicht nur unsere Arbeit bereichert, sondern auch unser Miteinander geprägt.
Wir danken ihr für die gemeinsame Zeit und werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und ihren Angehörigen.
Die Schulgemeinschaft vom Gymnasium am Römerkastell Bad Kreuznach
Rothschild, Oppenheim, Wertheim - Große Namen, doch wer kann Genaueres über sie erzählen?
Ethik- und Religionskurse der MSS13 haben sich am Aschermittwoch auf die Spuren des Judentums in Frankfurt begeben und sich dabei insbesondere mit dessen bedeutender Geschichte im 17. bis 19. Jahrhundert beschäftigt. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs in der Rat-Beil-Straße lernten sie mehr über das Wirken dieser und anderer Familien in Wissenschaften, Wirtschaft, Kultur und im sozialen Bereich, das maßgeblich zum Aufstieg Frankfurts beigetragen hat. Sie erfuhren, welch vielfältige Lebensgeschichten - nicht zuletzt auch von Frauen - sich hinter den bekannten Namen verbergen.
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