Theaterinszenierung über Flucht und Ankunft in Deutschland 1945 zu Gast am Gymnasium am Römerkastell
Ein altes Kofferradio, ein Over-Head-Projektor, ein Berg aus Stühlen – weiße Laken darüber geworfen. Dies bildete die Kulisse für das 50-minütige Theaterstück DIE LETZTE O. für die Jahrgangsstufe 10, das am Röka zu Gast war. Darin vermischten sich historische Erläuterungen mit Spielszenen, Livelesungen aus einer Originalbiografie, Lichtinstallationen und Klangkulissen. So wurde mosaikartig eine wahre Fluchtgeschichte am Ende des Zweiten Weltkriegs von Danzig nach Hamburg erzählt. Dabei hörten die Schülerinnen und Schüler kurze Auszüge aus Audiointerviews, in denen eine 92-jährige Großmutter ihrer Enkelin die eigene Lebensgeschichte erzählte. Die Enkelin ist Janina Sachsenmaier, deren Stückidee 2021 ein Stipendium im Programm JUNGE KUNST UND NEUE WEGE des Bayerischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst erhalten hatte. Inzwischen zeigt die Theaterpädagogin mit ihrer Kollegin Julia Höhfeld ihre biografisch-dokumentarische Inszenierung im Geschichts-, Deutsch- oder Politikunterricht. Für Fragen der Jugendlichen wie „Woher bekamen die Menschen nach dem Krieg das Essen?“ oder „Ist das echt Ihre Oma?“ nahmen sich die beiden jungen Frauen anschließend in der interaktiven Nachbereitungsphase Zeit.
Fotos: D. Neunzig
Kürzlich war ein Filmteam des Südwestrundfunks (SWR) bei uns im Haus, um für die Doku "Schule und Unterricht: Lernen unsere Kinder überhaupt was fürs Leben?" einen kurzen Beitrag über unseren Makerspace zu drehen. Es war für alle beteiligten Schülerinnen und Schüler eine spannende Erfahrung, mit "echten" Fernsehleuten zu arbeiten. Vielen Dank an jeden und jede, die mitgemacht haben - auch wenn leider nicht alle, die vor der Kamera standen, im Beitrag zu sehen oder zu hören sind.
Sobald Sie ein YouTube-Video auf dieser Website starten, wird eine Verbindung zu den Servern von YouTube hergestellt (vgl. unsere Datenschutzerklärung).
Schon beim Gang vom Bahnhof zur Unterkunft beeindruckt die Schönheit Weimars die Mitglieder des Leistungskurses Deutsch der MSS13, die sich nach den schriftlichen Abiturprüfungen vom 6. bis 8. März 2026 noch einmal gemeinsam auf Fahrt begeben haben. Bestes Frühlingswetter lädt zum Spazieren durch die Stadt und den weitläufigen Park an der Ilm ein.
Der erste Programmpunkt lenkt die Aufmerksamkeit dann jedoch schnell auf die dunklen Seiten Weimars. Denn nur wenige Busminuten entfernt, auf dem Ettersberg, befindet sich die Gedenkstätte Buchenwald. Hier sind die Kursmitglieder mit unzähligen Schicksalen, der im Konzentrationslager während der Zeit des Nationalsozialismus Gefangenen und Ermordeten konfrontiert. Und auch das verachtende Menschenbild der Lagerkommandanten und ihrer Helfer wird in einer Ausstellung ausführlich dokumentiert. Schnell wird deutlich, wie leicht die Weimarer Hochkultur missbraucht werden konnte, um solches Unrecht zu rechtfertigen und zu stützen.
Diese Eindrücke sind nur schwer mit der zu Füßen des Berges gelegenen hübschen Innenstadt zu vereinbaren, deren herausgeputzte Fassaden vor diesem Hintergrund nur noch mit Skepsis wahrgenommen werden.
Blumen und Kräne - zwei Gegenstände, die eine bedeutende Rolle im Leben von Hanna Krause, der Hauptfigur des Romans „Schwebende Lasten“ der amtierenden Mainzer Stadtschreiberin Annett Gröschner spielen. Diese war am 3.3.2026, kurz vor Ende ihrer Amtszeit, am Röka zu Gast und setzte damit die Tradition von Lesungen bekannter Autoren bei uns gelungen fort.
Auch wenn die Geschichte Hannas, deren Leben in Magdeburg sie von der Weimarer Republik bis fast zur Jahrtausendwende erzählt, nichts außergewöhnlich Heldenhaftes bietet und auf den ersten Blick kaum Verbindungen zum Leben heutiger Schüler*Innen in Bad Kreuznach aufweist, fesselt sie das Publikum doch sehr schnell. Denn das Schicksal Hannas macht auf grundsätzliche Herausforderungen des Lebens aufmerksam, welches die „kleinen“ Leute und vor allem Frauen im geschichtsträchtigen 20. Jahrhundert führten. Die detaillreichen und emotionalen Schilderungen der gelesenen Romanausschnitte lassen nachempfinden, was Frauen wie Hanna erlebt haben und wie ähnlich wir ihr heute noch sind. Wenn sie während des Zweiten Weltkriegs einen Luftangriff erlebt, lässt dies an die zahlreichen aktuellen Kriege denken und Hannas zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Mann Karl und die Herausforderung, als Frau in einer männerdominierten, entfremdeten Welt zu bestehen, schreiben sich weiterhin fort.