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Plastik in Fließgewässern

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Plastik in Fließgewässern

Erste Messungen zeigen die Probleme

Bei Messungen im Jahr 2015 wurden an 52 Messstellen knapp 19.000 Partikel gefunden, wovon 4300 Plastikteilchen waren. Diese stammen meist von weggeworfenem Plastik, Kosmetika oder Waschmittel. Der Großteil der gefundenen Plastikteilchen war Mikroplastik, diese sind kleiner als 5mm aber sind dennoch fest und unlöslich. Laut den Analytikern sei die Plastikverschmutzung vor allem in mittleren bis kleinen Gewässern vorhanden. In dem größten Gewässer Deutschland, dem Rhein, sei die Belastung an Mikroplastik unterschiedlich hoch. Im Oberrhein zwischen Basel und Mainz sei die Belastung meist noch sehr gering und für ein so großen Fluss „normal“. Erreicht der Rhein nun die Region um Köln nimmt die Belastung deutlich zu. Dies führt im weiteren Verlauf zur starken Vermüllung der Meere (Nordsee). Für genauere Ergebnisse, wie sich die Kunststoffe ablagern oder abbauen, brauch es noch mehrere Untersuchungen nicht nur auf Bundesebene.

Woher kommt das Mikroplastik

Das Problem an vielen Plastikteilen ist, dass diese meist mehrere Jahrhunderte brauchen bis sie tatsächlich zerfallen. So brauchen zum Beispiel eine Wegwerfwindel und eine Plastikflasche knapp 450 Jahre bis diese vollständig abgebaut werden. Dadurch wird die Konzentration von Plastik in den Flüssen von Jahr zu Jahr mehr. Da diese Zahlen weiter steigen werden haben viele Städte durch massive Geldstrafen versucht, die Vermüllung (in erster Linie von Städten) zu verringern. Die Geldstrafen können bis zu 250 Euro hoch sein.

Es sei davon auszugehen, dass viele der Plastikteile durch direktes Menschenverschulden in die Flüsse gelangen. Ein Großteil sind hier Mikroplastikpartikel, welche durch Reinigungsmittel, Shampoo oder Kosmetika in den Abfluss und dann in das Grundwasser gelangen. Ein weiteres Problem sind Fleece Stoffe, welche bei Waschgängen über das Abwasser in die Kläranlagen gelangen. Dort können diese kleinen Fasern nicht herausgefiltert werden und gelangen dadurch sowohl ins Grundwasser, als auch durch Klärschlamm (Dünger) in die Landwirtschaft. Durch diesen Weg gelangt Mikroplastik sehr schnell auch wieder in den Körper des Menschen und hinterlässt dort seine Spuren. Doch nicht nur durch die Rückstände in den Düngern der Landwirtschaft, sondern auch durch Mineralwasser nimmt der Mensch immer wieder Mikroplastik in seinen Körper auf. Laut der WWF nimmt der menschliche Körper im Schnitt knapp 5 Gramm pro Tag auf, welche spezifischen Auswirkungen dies auf den Menschen hat wird zurzeit noch erforscht.

Mikroplastik in Mineralwasser

2015 haben Forscher aus Münster erschreckender Weise herausgefunden, dass in nahezu allen Mineralwässern Mikroplastik enthalten ist. Sowohl in Mehrweg und Einwegflaschen aus PET, sondern auch in Glasflaschen oder Getränkekartons. Pauschal lässt sich dennoch sagen, dass PET-Flaschen mehr Mikroplastik enthalten als die übrigen getesteten Flaschen. Es seien vor allem Plastikteile aus der Verpackung der Flaschen in das Wasser übergegangen und wird dadurch direkt durch den Menschen aufgenommen. Die Untersuchungsleiterin der Stiftung Warentest Darena Schymanski sagte, dass die Plastikteilchen durch spröde Innenwände oder Füll- und Waschprozessen in das Wasser gelangen. Ein Problem stellt dies aber zurzeit nicht dar, denn die Belastung von Plastik sei so gering das nahezu alles aus dem menschlichen Körper wieder ausgeschieden wird

Gesundheitliche Probleme nicht nur für den Menschen ?

Wie vorher erwähnt wurde sind die genauen gesundheitlichen Risiken von Plastik, in diesen Fällen Mikroplastik, im Mineralwasser oder in der Landwirtschaft bisher nicht genauer untersucht und erforscht worden. Das Plastik (Mikroplastik) wird vermehrt durch die komplexen Strukturen eines Nahrungsnetzes weitergegeben, so gelangt möglicherweise Mikroplastik in größere Bewohner des Meeres ohne direkte Aufnahme davon, sondern durch Beute, zum Beispiel Plankton, welches schon Mikroplastik in sich hat. Durch solche Prozesse wird in naher Zukunft quasi jedes Tier Mikroplastik im Körper haben. Dennoch sei das größere Problem die Aufnahme von größeren Plastikteilen, welche zum teil mit der eigentlichen Nahrung verwechselt werden. Dies passiert, nicht in dem selben Ausmaß, sowohl im Meer als auch in Flüssen. Dadurch dass extrem viele Tiere, welche auf unseren Tellern landen, Mikroplastik in ihrem Körpern besitzen, werden wir Menschen sehr wahrscheinlich immer mehr davon aufnehmen. Wie weiter oben schon erwähnt ist die Auswirkung auf den Körper eines Menschen noch lange nicht erforscht.

 

Quellen:

https://www.test.de/Mikroplastik-Wie-gefaehrlich-sind-die-winzigen-Kunststoffteilchen-4817845-0/ (21.02.2020 um 19:30)

https://www.br.de/themen/wissen/mikroplastik-plastik-deutsche-fluesse-100.html (13.02.2020 um 10:00)

https://www.welt.de/wissenschaft/article174598070/Wasserproben-In-fast-allen-deutschen-Fluessen-fliesst-Mikroplastik.html (18.02.2020 um 9:05)

https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/mikroplastik-in-gewaessern-minimuell-als-maxiproblem (20.02.2020 um 14:00)

 

 

 

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