Gymnasium am Römerkastell Bad Kreuznach

Roekaschüler nehmen an Europaseminar teil

Europa: Stolpern, Krone richten, weitergehen für den Frieden.

Das war einer der Slogans, die eine Gruppe der 10c des Gymnasiums am Römerkastell als Werbeslogan für die EU entwickelte. Doch zunächst wurden auf dem zweitägigen Seminar an der Fritjof-Nansen Akademie in Ingelheim die geschichtlichen Hintergründe des Europagedankens erarbeitet.

Schon nach dem 30-jährigen Krieg 1648, bei dem die Hälfte der europäischen Bevölkerung ums Leben gekommen war, gab es erste Überlegungen durch eine engere Kooperation zwischen den Staaten künftige Kriege in Europa zu vermeiden. Es herrschte Konsens unter den Schülern, dass die Gründung der EWG im Jahr 1958 sicherlich dazu beigetragen hat, dieses Ziel zu erreichen. Bei der anschließenden Befragung von Passanten in der Fußgängerzone in Ingelheim standen aber eher die vielen Krisen und Probleme der EU im Vordergrund: Flüchtlingsfrage, Schuldenkrise, Brexit und vor allem die Trägheit der Institutionen Beschlüsse zu fassen und umzusetzen.

Zurück in der Akademie wurden die Ergebnisse der Demoskopie ausgewertet und anschließend setzten die Schüler ihre Erkenntnisse in sehr gelungene Karikaturen um, die die aktuelle Situation der EU darstellen sollten. Auch Werbeslogans für die EU wurden kreiert. 

   

Der zweite Tag startete wieder mit Theorie, so erfuhren die Schüler Interessantes über den philosophischen Hintergrund des Europagedankens und die Institutionen der EU. Denn im folgenden Planspiel sollte jeder der Schüler ein EU-Mitglied im Rat der EU repräsentieren. So musste die Haltung des jeweiligen Landes zu Arbeitsmigration und Flüchtlingspolitik erarbeitet werden. In der anschließenden Debatte wurde recht schnell klar, dass es schwierig war, den verschiedenen nationalen Interessen gerecht zu werden und dass die Solidarität der Mitgliedstaaten vor allem in finanzieller Hinsicht Grenzen hat. Letztendlich gelang es dem Ministerrat, wie auch oft im „echten“ EU-Rat, lediglich eine sehr weit gefasste Resolution zu verabschieden, indem man die Ausarbeitung von Details vertagte.

In der anschließenden Evaluation gaben die Schüler zu, wie schwierig es ist, zu realistischen, von einer Mehrheit unterstützten Ergebnissen zu kommen und man konnte die im Vorfeld so oft kritisierte Handlungsunfähigkeit der EU besser nachvollziehen. Zum Abschluss moderierten verschiedene Schülergruppen eine Nachrichtensendung im Jahr 2030. Die teilweise recht erschreckenden Szenarien wurden von den Rökaschülern mit sehr viel Humor vorgetragen.

   

Durch das sehr gut durchdachte Konzept und aufgrund der beeindruckenden Kreativität und des riesigen Engagements der Zehntklässler konnte man diese Veranstaltung als kompletten Erfolg verbuchen.

A. Ecarius

 

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